„Digitale Offensive“ stärkt Teilhabe
Lebenshilfe Lübbecke baut Infrastruktur aus und bildet Digitalbegleiterinnen und Digitalbegleiter aus
Mit dem Projekt „Digitale Offensive“ setzt die Lebenshilfe Lübbecke ein starkes Zeichen für mehr digitale Teilhabe. Ziel des Projektes unter der Leitung von Jacqueline Kwandt und Projektassistentin Beate Bujack ist es, sowohl die technische Ausstattung in den Wohneinrichtungen zu verbessern als auch die Medienkompetenz von Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf nachhaltig zu fördern.
Die Nutzung digitaler Medien und Inhalte ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig, doch für viele Nutzende der Lebenshilfe Lübbecke teilweise massiv erschwert. Häufig mangelt es sowohl an der notwendigen technischen Ausstattung als auch an den erforderlichen digitalen Kompetenzen, um die Möglichkeiten der digitalen Welt tatsächlich nutzen zu können. Nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie eindrücklich gezeigt, wie wertvoll digitale Medien sein können – sei es, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben, die Freizeit zu gestalten oder sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren.
Gleichzeitig bringt die rasante Entwicklung neuer Technologien Chancen und Herausforderungen mit sich. Fragen wie „Wie bewege ich mich sicher in sozialen Netzwerken?“, „Was ist Künstliche Intelligenz und wie kann ich sie im Alltag nutzen?“ oder „Wie funktionieren Online-Banking und Online-Shopping?“ beschäftigen viele Nutzende. Im Rahmen des Projekts „Digitale Offensive“ werden diese und weitere Themen praxisnah aufgegriffen und verständlich vermittelt.
Das Projekt richtet sich insbesondere an die Nutzenden der Einrichtungen der WuB Wohnen und Begleiten gGmbH (Tochtergesellschaft der Lebenshilfe Lübbecke) und verfolgt das Ziel, die digitale Autonomie von Menschen mit Unterstützungsbedarf nachhaltig zu stärken. Im Fokus stehen dabei zwei zentrale Ansätze: Zum einen wird eine bedarfsgerechte technische Ausstattung bereitgestellt, um bestehende Versorgungslücken innerhalb der Einrichtungen zu schließen. Zum anderen werden gezielte Ausbildungsworkshops angeboten, in denen sowohl Nutzende als auch Mitarbeitende zu sogenannten Digitalbegleiterinnen und Digitalbegleitern qualifiziert werden.
Im Rahmen des Projekts wurde die digitale Infrastruktur in den besonderen Wohnformen umfassend ausgebaut. Unter anderem wurden 30 Tablets für die Wohnheime der Lebenshilfe Lübbecke angeschafft sowie weitere digitale Endgeräte bereitgestellt. Möglich gemacht wurde dies durch die Förderung der Sozialstiftung NRW. Bis zum Abschluss des Projekts im Sommer 2026 sollen alle Wohnformen mit weiterer moderner Hard- und Software ausgestattet werden.
Ein zentraler Bestandteil der „Digitalen Offensive“ ist die Qualifizierung von insgesamt 18 Digitalbegleiterinnen und Digitalbegleitern – sowohl mit als auch ohne Unterstützungsbedarf. In einer praxisnahen Ausbildung lernten die Teilnehmenden den inklusiven Umgang mit digitalen Medien kennen. Neben dem Ausprobieren von Tablets standen auch wichtige Themen wie persönliche Datenschutzeinstellungen, Cookies, Phishing, der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen Medien, Cyber-Mobbing sowie Künstliche Intelligenz auf dem Programm.
Ein besonderer Fokus lag auf der praktischen Anwendung: Das Herzstück der Ausbildung bildete die Entwicklung eigener Projekte, die die Digitalbegleiterinnen und Digitalbegleiter künftig als Tandems in den Einrichtungen umsetzen werden. Diese Projekte orientieren sich gezielt an den Bedürfnissen der Bewohnenden und Nutzenden. Sie umfassen unter anderem Kurse zu digitalen Alltagshilfen, Schulungen zum sicheren Umgang im Internet, digitale Spielenachmittage sowie Angebote zum Schutz vor Cyber-Mobbing.
Ziel ist es, Wissen weiterzugeben und die digitale Selbstständigkeit der Teilnehmenden zu stärken. Die qualifizierten Digitalbegleiterinnen und Digitalbegleiter unterstützen andere Nutzende aktiv bei der Anwendung digitaler Medien und Endgeräte und tragen dazu bei, langfristig mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen. Die im Rahmen der Workshops entwickelten Projekte sind darauf ausgelegt, möglichst viele Interessierte zu erreichen – auch über das offizielle Projektende hinaus.
Auch über die Projekte hinaus bleiben die Digitalbegleiterinnen und Digitalbegleiter aktiv: Im Rahmen des „Digitalen Donnerstags“ erklären sie wöchentlich Begriffe und Themen aus der digitalen Welt. Die dazugehörigen Videos werden regelmäßig auf den Social-Media-Kanälen der Lebenshilfe Lübbecke – auf Facebook, Instagram, TikTok und dem WhatsApp-Kanal – veröffentlicht.
Mit der „Digitalen Offensive“ schafft die Lebenshilfe Lübbecke neue Zugänge zur digitalen Welt, vermittelt wichtiges Wissen und stärkt nachhaltig die digitale Teilhabe ihrer Nutzenden.
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