Mit Lebenserfahrung ins Berufsleben

Kirchlengern (LH). Für Jasmin Mailänder geht ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu Ende. Im August beginnt die 18-Jährige aus Kirchlengern eine Ausbildung zur Mechatronikerin für KFZ-Technik in Lübbecke. Die Erfahrung aus ihrer Arbeit in der Betriebsstätte Oberbehme nimmt sie mit.

Diese Werkstätte für Menschen mit Behinderung kannte sie schon aus der Schulzeit. „Ich habe die Erich Kästner-Gesamtschule In Bünde besucht“, berichtet Mailänder. „Nach der mittleren Reife habe ich in meinem Wunschberuf keinen Ausbildungsplatz bekommen. Ich bin deshalb weiter zur Schule gegangen.“ Nach der Einführungsphase in der Oberstufe hat Mailänder sich dann entschlossen, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu leisten. „Ich wollte etwas Sinnvolles tun und habe mich in dieser Zeit weiter um einen Ausbildungsplatz beworben.“
Die Lübbecker Werkstätten sind ein Tochterunternehmen der Lebenshilfe Lübbecke. An sieben Standorten werden 900 Menschen mit Behinderung beschäftigt und gefördert. Das Arbeitsspektrum ist weit gefächert, in Oberbehme gibt es Metallbearbeitung, Brennholzherstellung, Konfektionierung und Elektromontage. In diesem Bereich unterstützt Mailänder Menschen mit Behinderungen bei ihrer Tätigkeit. Sie sorgt für den Materialnachschub, hilft bei der Arbeitsvorbereitung, packt mit an, wenn eine Palette gepackt werden muss oder leistet motorische Unterstützung, wenn die Arbeit mal kniffelig wird. „Ich habe mich beworben und konnte den Arbeitsbereich an einem Probetag kennenlernen. Das hat mir die Entscheidung, ein FSJ bei den Lübbecker Werkstätten zu absolvieren sehr leicht gemacht“, sagt Mailänder. „Die Arbeit hat mein Interesse an Mechanik und meinen Berufswunsch gefestigt.“

„Für junge Menschen, die in ihrer Berufswahl noch unsicher sind oder die Zeit zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn sinnvoll ausfüllen möchten, sind Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder FSJ ideal“, ist Martina Wansner, Personalleiterin der Lebenshilfe Lübbecke überzeugt. Derzeit kann die Lebenshilfe Lübbecke noch einige freie Stellen anbieten. „Menschen, die in unseren Einrichtungen einen freiwilligen Dienst leisten, ermöglichen eine zusätzliche Begleitung und intensivere Betreuung, die unser Personal allein nicht leisten kann“, ergänzt Wansner. Der Dienst steht jüngeren und älteren Menschen gleichermaßen offen: Jüngere Menschen gewinnen Lebenserfahrung und Orientierung, ältere Menschen finden selbst im Rentenalter noch eine sinnvolle Beschäftigung

„Für mich war das FSJ bei den Lübbecker Werkstätten genau die richtige Entscheidung“, blickt Mailänder zurück. „Das Miteinander mit den Kollegen und den Beschäftigten ist sehr gut. Es kommt viel zurück. Und das gibt einem Kraft, auch Schwierigkeiten zu überwinden und die eigenen Ziele zu erreichen. “

Info:
Für das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst gibt es ein monatliches Taschengeld von 265 Euro zzgl. 246 Euro Verpflegungsgeld. Beide Freiwilligendienste werden als Praktikumszeit oder Wartesemester für Ausbildung und Studium anerkannt und können auf bis zu sechs Monate verkürzt oder auf bis zu 18 Monate verlängert werden, sogar Teilzeit ist möglich. Außerdem gibt es beim BFD keine Altersobergrenze, die liegt beim FSJ bei 26 Jahren.
Die Lebenshilfe Lübbecke betreibt über ihre Tochtergesellschaften Werkstätten und Wohnheime für Menschen mit Behinderungen, Kindertagesstätten und leistet ambulante Dienste - entsprechend vielfältig ist das Angebot an Einsatzstellen und Aufgabengebieten für das FSJ oder den BFD.
Weitere Informationen gibt es bei der Lebenshilfe Lübbecke von Christian Voß unter der Telefonnummer 05741/3400-37, auf www.lebenshilfe-luebbecke.de oder www.mein-lebenshilfe-jahr.de.

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